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Das Haus mit den sieben Giebeln
Buch

Das Haus mit den sieben Giebeln

Boston, 1851
Diese Ausgabe: Manesse, 2014 Mehr

Literatur­klassiker

  • Novelle
  • American Renaissance

Worum es geht

Puritanische Schauerromanze

Das Haus mit den sieben Giebeln erzählt vor der geschichtsträchtigen Kulisse Neuenglands vom Niedergang der Familie Pyncheon. Unklar bleibt, ob dieser Niedergang durch Gier und Standesdünkel selbst verschuldet ist oder ob er die Folge eines Fluchs ist, den vor Urzeiten der angebliche Hexer Matthew Maule über den hartherzigen Oberst Pyncheon ausgesprochen hat, nachdem dieser ihn um ein Stück Land betrogen und ihn anschließend an den Galgen gebracht hatte. So oder so, das alte, düstere Haus an der Pyncheon Street ist das zentrale Symbol der Erzählung. Und es ist auch Schauplatz der Erlösung: Die junge, unschuldige Phoebe Pyncheon lernt hier den fortschrittsgläubigen Holgrave, den letzten Nachfahren Maules, kennen, sie verlieben sich und schauen gemeinsam besseren Zeiten entgegen. Das große Thema des Romans ist die Emanzipation des Heute vom Gestern, der Neuen Welt von der Alten, und damit in letzter Instanz die Frage nach der Möglichkeit von Erlösung und Neuanfang. Diese Frage ist naturgemäß zeitlos, wenn sie auch bei Hawthorne in etwas altmodischem Gewand daherkommt.

Take-aways

  • Das Haus mit den sieben Giebeln ist neben dem Scharlachroten Buchstaben das berühmteste Werk des amerikanischen Schriftstellers Nathaniel Hawthorne.
  • Inhalt: Auf der Familie Pyncheon und ihrem Stammsitz in Neuengland, einem uralten, geheimnisvollen Haus, lastet angeblich ein Fluch, eine Blutschuld des Ahnherrn Oberst Pyncheon. Doch die junge Phoebe bringt frischen Wind in die ehrwürdigen Mauern: Sie hilft ihrer alten Cousine Hepzibah und deren Bruder Clifford, die Gespenster der Vergangenheit abzuschütteln.
  • In der Figur der lieblichen Phoebe verewigte Hawthorne seine Frau Sophia.

Über den Autor

Nathaniel Hawthorne wird am 4. Juli 1804 in Salem, Massachusetts, geboren. Seine Abstammung lässt sich bis zu seinem Ururgroßvater John Hathorne (das „w“ hat erst Nathaniel dem Familiennamen hinzugefügt) zurückverfolgen, einem der Richter aus den berühmten Hexenprozessen in Salem von 1692. Nathaniel wird sich bei seiner schriftstellerischen Arbeit immer wieder auf seine puritanischen Wurzeln besinnen. Er besucht das Bowdoin College in Maine und arbeitet ab 1825 als Journalist und als freier Schriftsteller. Später wird er Zollinspektor und muss bei einem politischen Wechsel seinen Hut nehmen. 1842 heiratet er die Malerin Sophia Peabody. Er lernt die Dichter Ralph Waldo Emerson und Henry David Thoreau kennen, mit deren „amerikanischem Transzendentalismus“ er jedoch wenig anfangen kann. Stattdessen reflektiert er kritisch über die Geschichte seines eigenen Ururgroßvaters, der Gründerväter und der ganzen jungen Nation. Mit Herman Melville schließt er 1850 eine Freundschaft, die insbesondere für Melville eine große Inspiration ist: Dieser widmet seinen Roman Moby Dick dem Freund. Hawthornes Hauptthemen Schuld und Vergebung sowie religiöser Fanatismus finden in zahlreiche Werke von ihm Eingang, darunter Der scharlachrote Buchstabe (The Scarlet Letter, 1850), Das Haus mit den sieben Giebeln (The House of the Seven Gables, 1851), Der Marmorfaun (The Marble Fawn, 1860) und zahlreiche Kurzgeschichten. Trotz seiner Bekanntheit leidet Hawthorne zeit seines Lebens an Geldknappheit. 1852 geht er nach Europa und wird Konsul in Liverpool. Nach mehreren Reisen kehrt er 1859 nach Amerika zurück und stirbt am 19. Mai 1864 in Plymouth, New Hampshire.


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