Der Effizienzwahn frisst die Menschen, sagt Gunter Dueck. Sie werden durch Automaten ersetzt oder gehen im Effizienzdruck unter und haben weder Zeit noch MuĂe fĂŒr innovatives Denken. Das Management besteht weitgehend aus Controller-Typen, die nur auf die Kosten schauen, und aus Pacesettern, Menschenschindern. Die RundumschlĂ€ge Duecks mögen etwas einseitig und polemisch wirken, in jedem Fall sind sie kraftvoll, eloquent und enthalten mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Guter Stoff fĂŒr Management-Revoluzzer.
Das Management setzt auf Effizienzsteigerung statt auf Innovation.
GroĂe VerĂ€nderungen wie die Digitalisierung oder der Klimawandel sind wie ein unaufhörlicher Regen: Banken fĂŒrchten um ihr GeschĂ€ftsmodell, Dieselmotorproduzenten um ihren Treibstoff. Es regnet weiter. Was tut das Management? Es baut Roboter, verlagert die Arbeit in BilliglohnlĂ€nder, steigert die Effizienz. Anstatt Schiffe zu bauen, baut es Deiche. Doch was nĂŒtzen DĂ€mme, wenn die Sintflut kommt?
Der Effizienzwahn versetzt die Mitarbeiter in Angst. Ihre Arbeit wird verdichtet und computerisiert. Sie werden zu austauschbaren, anonymen Ressourcen. Der Ausspruch âDie Mitarbeiter sind unser höchstes Gutâ besagt nur, dass man sie als Eigentum des Unternehmens betrachtet. Die Mitarbeiter haben Angst vor Fehlern. Sie befĂŒrchten, ausgelagert oder gekĂŒndigt zu werden. Die QualitĂ€t der Arbeit leidet. In diesem Klima wagt niemand etwas Neues. Keiner baut Schiffe.
In den FĂŒhrungsetagen dominieren zwei Managertypen: Controller und Pacesetter.
Das einzige Streben des Managements ist, dass die Mitarbeiter möglichst viel arbeiten. Es dominieren zwei Typen von Managern: ...
Gunter Dueck ist Autor, Business Angel und Redner. FrĂŒher war er Mathematikprofessor und Chief Technology Officer bei IBM. Er verfasst satirisch-philosophische SachbĂŒcher, darunter Schwarmdumm oder Das Neue und seine Feinde.
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